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Hunger – der Gute-Laune-Killer

„Sie sind auf Diät?“ „Ich mache sogar drei Diäten gleichzeitig, von einer wird man ja nicht satt!“ – so kann man der Problematik natürlich auch aus dem Weg gehen; schließlich ist man mit knurrendem Magen selten ein angenehmer Gesellschafter. Mangelernährung (notgedrungen oder bewusst gewählt) sorgt für Reizbarkeit und schlechte Laune, bisweilen sogar für Wutausbrüche auch aus kaum nachvollziehbaren Gründen – das kann zum Beispiel Partnerschaften erheblich belasten. Für diesen hypersensiblen Zustand, bei dem aufgrund von meist freiwillig dezimierter Kalorienzufuhr die Nerven gerne blank liegen, wurde sogar ein Begriff geprägt, ein Kunstwort, das sich aus den englischen Vokabeln „hungry“ (hungrig) und „angry“ (zornig, wütend) zusammensetzt: „Hangry“ – hungrig und wütend zugleich!

Warum werden wir so ungemütlich, wenn Schmalhans Küchenmeister ist?

Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge spielen zwar mehrere hormonelle Faktoren eine Rolle, doch der größte Teil der Schuld wird dem niedrigen Glukosespiegel zugeschrieben. Der menschliche Körper und das Gehirn benötigen nun einmal Glukose zum Erhalt der Leistungsfähigkeit. Zwar kann der Körper bei Nahrungsengpässen Glukose aus Fettzellen generieren (durch die Ausschüttung des Hormons Glukagon, dem Gegenspieler des Insulins, wird Fett aus den Zellen gelöst, umgewandelt und dem Körper wieder als Energie (Glukose) zur Verfügung gestellt) – diese Energiequelle ist allerdings relativ träge und da der Zucker-Nachschub nicht in Strömen fließt, wird unser Körper gerne ärgerlich und schüttet das Stresshormon Adrenalin aus. Kein Wunder also, dass wir in dieser Situation einerseits empfindlich reagieren und andererseits instinktiv keine zusätzliche Energie für kräftezehrende überflüssige Zurschaustellung von Freundlichkeit verschwenden wollen. Nicht alle Menschen flippen gleich aus, wenn sie länger nichts gegessen haben – doch bei einigen von uns korreliert die Selbstbeherrschung direkt mit dem Glukoselevel.
Eine ausgewogene Ernährung ist eben mitverantwortlich für einen ausgewogenen Gemütszustand.
Doch: Umgekehrt ist auch gefahren … unsere Psyche kann uns auch Hunger vortäuschen – dabei sind wir vielleicht enttäuscht über irgendjemanden oder irgendetwas und Essen bietet uns eine Ersatzbefriedigung. Nicht nur Hunger kann Stress, sondern Stress auch Hunger auslösen, obwohl genügend glukosehaltiges Blut seine Bahnen durch unseren Körper zieht. Auch äußere Einflüsse, wie dass Aussehen oder der Geruch von Lebensmitteln können uns auf die Idee bringen, dass wir dringend davon kosten müssten. 
Wer also auf die Essbremse tritt, um Gewicht zu verlieren, sollte sich bewusst sein, wie lange die überschüssigen Pfunde gebraucht haben, um es sich zum Beispiel auf den Hüften gemütlich zu machen – und dass man demzufolge nicht innerhalb eines Monats wieder in seinen Konfirmandenanzug passen kann. Und: Man sollte vielleicht eher einen Bogen um diese Bäckerei machen, deren Croissants ihren Duft bis auf die gegenüberliegende Straßenseite verströmen.
 
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