Wenn Wunden schlecht heilen

 

Ein kleiner Schnitt mit dem Küchenmesser oder beim Rasieren, ein aufgeschürftes Knie nach dem Sturz vom Fahrrad – in der Regel repariert der Körper solche Defekte schnell. Mitunter kommt es aber zu Komplikationen.
Dann ist ärztlicher Sachverstand gefragt.
Der menschliche Organismus verfügt über einen ausgeklügelten Mechanismus, Wunden zu heilen. Unmittelbar nach einer Verletzung wird in einer ersten Phase zunächst die Blutung durch Gerinnung gestoppt und die Lücke im Gewebe durch Wundsekret verschlossen. Danach beseitigen weiße Blutkörperchen und Fresszellen zerstörtes Gewebe und Keime und bauen die geschädigten Ränder der Wunde ab. Ab dem dritten Tag nach der Verletzung beginnt der Körper neue Zellen, Blutgefäße und Bindegewebe aufzubauen. Danach bildet sich neue Haut. Eine Narbe entsteht, die Wunde ist vollständig verheilt. Doch manchmal versagt dieser Selbstheilungsmechanismus auch.

Chronische Wunden
Ist eine Verletzung nach vier Wochen trotz sachgerechter Behandlung nicht verheilt, sprechen Mediziner von einer chronischen Wunde. Vier Millionen Deutsche leiden darunter. Vor allem nach Operationen treten Wundprobleme auf, jede zweite Operationswunde heilt schlecht. Dafür können mangelnde Sorgfalt des Operateurs oder unzureichende Nachbehandlung verantwortlich sein.

Die Hauptursache chronischer Wunden liegt jedoch darin, dass der Betroffene an Erkrankungen leidet, die zu einer Störung der Wundheilung führen können. Dazu zählen vor allem:

• Durchblutungsstörungen (arterielle Verschlusskrankheit, Abflussstörungen in den Venen)
• Stoffwechselerkrankungen (Diabetes)
• bösartige Tumore
• Immunschwäche und Infektionskrankheiten (HIV, Hepatitis, Röteln, Tuberkulose, Syphilis)
• starkes Übergewicht
• sogenannte Neuropathien, also Beeinträchtigungen des Nervensystems.

Wie gut eine Wunde heilt, hängt aber auch vom Lebensalter und Allgemeinzustand des Patienten ab. Eine unzureichende Ernährung mit Mangel an Eiweiß, Vitaminen und Spurenelementen kann für eine Wundheilungsstörung verantwortlich sein. Mitunter sind auch Medikamente (Kortikoide, Psychopharmaka, Krebsmedikamente) die Auslöser des Problems. Heilt eine Wunde schlecht, muss immer die zugrunde liegende Ursache oder Erkrankung ermittelt und behandelt werden!

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